Kritikfähigkeit – richtig mit Kritik umgehenKritikfähigkeit – richtig mit Kritik umgehen | © andresr / iStockphoto.com
  • Tipps & Ratgeber

Kritikfähigkeit: So lernst du, Kritik anzunehmen und umzusetzen

Du hast die Bestellung einer Kundin vergessen, eine wichtige Arbeit in der Berufsschule verhauen oder beim Einarbeiten bzw. Anpassen von Gläsern einen Fehler gemacht? Und als wäre es nicht schon genug, dass Du Dich selbst ärgerst, musst Du anschließend sogar noch zum Kritikgespräch zu Deinem Chef oder Vorgesetzten. Das hört sich erst mal schlimm an, doch kritikfähig zu sein, bringt Dich nach vorn. Denn nur durch Fehler lernst Du mehr und intensiver. Und damit Du die gut gemeinte Kritik aus solchen Gesprächen auch besser umsetzen kannst, geben wir Dir hier einige Tipps.

Darum ist es schwer, Kritik zu akzeptieren

Klar, kritisiert wird niemand gern. Das kratzt am Selbstbewusstsein und lässt die Laune sinken. Erst mal! Denn wer aktiv an sich arbeitet, wird schnell merken, dass Kritik auch etwas Positives auslösen kann und Kritikfähigkeit eine wichtige Tugend im Arbeitsalltag ist. Dazu ist es unvermeidlich, seine Fehler einzusehen und diese zuzugeben. Oft fällt Dir das wahrscheinlich am schwersten, weil Dir die Standpauke vor anderen unangenehm ist und Du vor Deinen Kollegen oder auch dem Chef Dein Gesicht wahren möchtest. Doch wer seine Fehler einsieht und diese eingesteht, wächst an sich selbst. Es zeugt von Größe, Tadel anzunehmen und umzusetzen. In manchen Situationen fühlst Du Dich vielleicht auch ungerecht behandelt, was es nicht gerade einfacher macht, offener für Feedback zu sein. Versuche das abzustreifen und vorurteilsfrei zu reflektieren. Ist die Kritik gerechtfertigt, arbeite an Dir, ist sie es nicht, erkläre Deinem Gegenüber ruhig und fundiert Deine Meinung. Wer Kritik persönlich nimmt, wird schneller verletzt. Daher denke immer daran: Dein Chef, die Kollegen oder auch Vorgesetzte wollen Dir nichts Böses, sondern möchten nur, dass Du Dich verbesserst. Eine sachliche Ebene macht Feedbackgespräche viel leichter.

Tipps, wie Du besser mit Kritik umgehst

  • Sachlich bleiben: Bei Feedback und Kritik ist es von Vorteil, diese neutral zu beurteilen. Ist sie tatsächlich konstruktiv? Kann ich daraus etwas lernen? Diese Fragen solltest Du Dir stellen. Und immer wieder ganz wichtig: Dein Gegenüber bemängelt nicht Dich als Person, sondern nur Deine Aufgaben.
  • Aktiv um Feedback bitten: Wer offen auf seine Vorgesetzten, Kollegen oder den Chef zugeht und nach Kritik fragt, hat schon einen Schritt in die richtige Richtung getan. Frage regelmäßig, ob sie mit Dir zufrieden sind oder ob Du etwas verändern oder verbessern kannst. So vermeidest Du oft einen großen Knall und in kleine Häppchen verpackt, ist Kritik viel leichter aufzunehmen.
  • Freundlich bleiben: Wer ruhig und gelassen bleibt und sich sogar für die geäußerte Kritik bedankt, zeigt Größe und Lernbereitschaft. Halte Dir immer vor Augen: Du möchtest im Berufsleben weiterkommen und nur, wenn Du Dinge richtig machst, kannst Du das auch schaffen. Werde also nie ausfallend oder schreie Dein Gegenüber im Kritikgespräch an.
  • Erklärungen erwünscht: Wenn Du Deinem Gesprächspartner offen darlegst, warum Du eine Aufgabe nicht zufriedenstellend beendet hast, wird ihm vielleicht deutlicher, wo er Dich besser unterstützen kann. Nutze diese Art von Austausch also, um Dich zu erklären. Aber verteidige Dich nicht, das wirkt schwach.
  • Aktiv teilnehmen: Wenn Du im Feedbackgespräch selbst Verbesserungsvorschläge vorbringst und Dich einbringst, zeigst Du, dass Du Dich verbessern möchtest.
  • Geh in die zweite Runde: Bespreche mit Deinem Gegenüber, dass Du nach einer gewissen Zeit gern ein zweites Feedback zu diesem Thema hättest, in dem ihr euch über Deine Fortschritte unterhaltet. So gibst Du Dir Raum zur Entwicklung und kannst Dich beweisen.

Persönliche Ziele, die Dich besser machen

Damit sich Fehler in Zukunft vermeiden lassen und Dein Fokus auf der Verbesserung Deiner Arbeit liegt, solltest Du folgende Punkte beachten:

  • Die Aufmerksamkeit auf die Lösung, nicht auf das Problem legen.
  • Positiv denken.
  • Die Ziele klar vor Augen führen.
  • To-do-Listen schreiben – so macht das Abarbeiten mehr Freude.
  • Dem Gegenüber genau zuhören, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Bei Unklarheiten, Fragen stellen.

Wer also stets an sich arbeitet und offen gegenüber Verbesserungsvorschlägen ist, hat es im Arbeitsleben leichter. Denn nicht nur als Auszubildender, sondern auch später als Augenoptiker wird es immer wieder Situationen geben, die Dich herausfordern. Je früher Du lernst mit Kritik umzugehen, desto leichter hast Du es im Berufsalltag.