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Stress reduzieren und cool bleiben

Stress bremst die Leistung und die Stimmung sinkt. Doch Leistungsdruck gehört leider zum Alltag. Wie Du aber trotz anstrengender Zeiten im Beruf ruhig bleiben und den täglichen Stress reduzieren kannst, erfährst Du hier. Denn diese Tricks helfen, den Joballtag entspannter zu sehen und anzugehen.

Stress reduzieren und Leistungsdruck relativieren

Nicht jeder Stress und Leistungsdruck sind gleich, und jedes Mal wenn Du diese Komponenten wieder spürst, solltest Du sie neu bewerten. Dafür ist es für Dich wichtig zu unterscheiden, was die realen Erwartungen sind und welches Dein subjektiv empfundener Stress ist.

Wenn Dein Chef zum Beispiel bis zu einem bestimmten Termin Dein geführtes Berichtsheft verlangt, ist dies eine realistische Vorgabe. Doch wie umfangreich und perfekt Du dieses bearbeitest, hängt von Deinen Erwartungen ab. Es gibt also den Stress und Druck von außen und den, den Du Dir selbst machst.

Wie Du mit Deiner Situation umgehst, liegt an Deiner Einstellung

Redest Du Dir ein, dass Du nichts an Deiner Situation ändern kannst, oder gehst Du das Problem Stressbewältigung an? Je mehr Du akzeptierst, desto defensiver agierst Du und Deine Zufriedenheit leidet. Finde Dich also nicht damit ab, sondern tu etwas dagegen und steigere so Deine Jobchancen. Das muss nicht unbedingt der Gang zum Chef sein. Vielmehr solltest Du für Dich Mittel und Wege finden, die helfen, Stress zu reduzieren und besser mit dem Druck umzugehen.

Befolge in Stressphasen doch mal diesen Plan:

  • Treibe 30 Minuten Sport, um dem Stress entgegen zu wirken.
  • Am besten funktioniert das, wenn Du Dich mindestens zwei Mal pro Woche Denn hier powerst Du Dich aus, kannst Dich abreagieren und Deiner Wut Luft machen.
  • Wenn Du das drei Monate durchhältst, wirst Du sehen, dass Du schon bald viel resistenter gegen Stress bist.

Was sich nach wenig anhört, hat eine große Wirkung, denn so reduziert sich in Situationen mit Leistungsdruck Deine Herzfrequenz, Du scheidest weniger vom Stresshormon Cortisol aus und bleibst cooler.

Der Sport hat also gleich drei positive Nebeneffekte: Du reduzierst Stress, bekommst in schwierigen Situationen schneller einen klaren Kopf und zudem beugst Du dem Risiko von Herzkreislauferkrankungen vor.

Warum eigentlich steigert sich Stress immer mehr?

Dieses Problem ist leider berufsübergreifend zu spüren. Mehr und mehr Arbeitnehmer haben das Gefühl, dass der Leistungsdruck weiter steigt und zu viel von ihnen verlangt wird. Das war vor wenigen Jahren noch anders. Doch woran liegt das eigentlich? Eine kurze Analyse in drei Punkten:

  • Kommunikation und Medien:
    Die moderne Technik macht’s möglich – wir können immer und überall aktuelle News, Mails und Telefonate empfangen. Das erhöht das Stresslevel, denn wenn die äußeren Einflüsse immer schneller werden, muss auch der Arbeitnehmer mit dem vorgegebenen Tempo mithalten.
  • Nonstop erreichbar sein:
    Auch nach dem Job oder im Urlaub noch auf Arbeitsmails antworten oder Anrufe annehmen? Was früher noch undenkbar war, ist mittlerweile normal geworden. Durch Smartphone / Handy und WLAN sind wir einfach immer auf Abruf bereit und greifbar.
  • Der Konkurrenzdruck:
    Die Angst vor Arbeitslosigkeit und dem Jobverlust ist groß. Arbeitnehmer haben das Gefühl, dass Fehler um jeden Preis vermieden werden müssen.

Stress im Job und wie Du ihn reduzierst

Jetzt wird es spannend, denn Du musst Dich dem Stress nicht schutzlos ausliefern. Du kannst ihn auch umkehren und aus etwas Negativem eine Herausforderung machen. Doch dafür musst Du die wichtigsten Stressfaktoren im Job kennen:

  1. Unrealistische Ziele
    Zu viel, zu schnell und falsch gesetzt: Auf manche mag Stress motivierend wirken, bei vielen verkehrt er sich aber ins komplette Gegenteil. Schnell entsteht daher das Gefühl, den Anforderungen nicht gerecht zu werden. Gewinne wieder die Kontrolle zurück! Finde heraus, was Du beeinflussen und lenken kannst. Selbst, wenn es nur kleine Dinge sind, mindert das den Stress oft schon.
  2. Fehlende Informationen
    Du bekommst eine Aufgabe, Dir fehlt aber ein Ansprechpartner, ein wichtiger Termin oder eine Artikelnummer? Dann kann schnell alles Drunter und Drüber gehen. Gehe daher im Vorfeld alles in Ruhe durch und schreibe Dir eventuelle Fragen auf, die Du Deinem Vorgesetzten stellen kannst.
  3. Zu hohe Erwartungen
    Habe keine Angst vor neuen Aufgaben, sondern mache Dir klar, dass jede Vorgabe auch eine neue Chance sein kann Dich zu beweisen, etwas zu lernen und das Beste aus Dir herauszuholen. Und mache Dir auf jeden Fall klar, dass Fehler passieren können. Nur wenige Projekte scheitern daran. Ist Dir das einmal bewusst, gehst Du alles viel entspannter an und gewinnst an Selbstsicherheit.
  4. Undurchsichtige Prioritäten
    Die neue Aufgabe schwebt wie eine dunkle Wolke über Dir und lähmt Dich? Versuche sie in kleinen Schritten anzugehen und mache Dir eine detaillierte To-do-Liste, auf der Du auch kleine Punkte abhaken kannst. So kannst Du genau festlegen, welche Aufgaben zuerst erledigt werden sollten und welche erst später angegangen werden müssen.
  5. Schlechtes Personalmanagement
    Wenn plötzlich ein Kollege erkrankt, liegt schnell mal ein ganzes Projekt brach. Wichtig ist hier, dass Informationen weitergegeben werden. Halte daher alles transparent, informiere Mitarbeiter und Kollegen immer über den neuesten Stand und behalte keine Details für Dich, die von großer Wichtigkeit für andere sein können.
  6. Vorübergehende Planänderungen
    Manchmal bringen Kleinigkeiten alles durcheinander. Eine Deadline wird geändert, Brillen sind nicht lieferbar oder ein Kollege erkrankt. Am besten planst Du schon im Vorfeld immer einen kleinen Zeitpuffer ein, der für Flexibilität sorgt.
  7. Unterbrechungen im Arbeitsfluss
    Das Telefon klingelt, unerwarteter Kundenbesuch kündigt sich an oder ein Meeting wird kurzfristig anberaumt: Alles, was Dich zu lange oder oft von Deinem eigentlichen Projekt abhält, bedeutet Stress. Manchmal hilft es in solchen Situationen, sich eine Vertretung zu organisieren oder sich Hilfe bei einem Kollegen zu holen um den Stress zu reduzieren.
  8. Mangelndes Feedback
    Du hast ein Projekt abgeschlossen, weißt aber nicht, wie Deine Arbeit angekommen ist? Damit Du Dich entwickeln kannst, ist es unbedingt notwendig, konstruktive Kritik zu erfragen und kritikfähiger zu werden. Nur wenn Du eine Rückmeldung bekommst, kannst Du Dich verbessern, Dinge ändern oder zielstrebiger werden.

Wenn Du das nächste Mal in einer Stresssituation bist, versuche diese Punkte im Hinterkopf zu behalten und danach zu handeln. Du wirst sehen, dass Dich das weiterbringt und du den Stress reduzieren kannst.

Denke aber daran: Wenn Du trotzdem an Deine Grenzen kommst, ist es wichtig, Deinem Chef oder Vorgesetzten ein Signal zu geben. Er sollte seine Arbeitnehmer nicht im Stich lassen, sondern sie unterstützen. Wenn Du Hilfe benötigst, kannst Du Dich jederzeit an einen Verantwortlichen wenden, der mit Dir zusammen nach Lösungen und Wegen aus dem Leistungsdruck sucht – das gehört zu Deinen Azubi-Rechten.