Konstruktive Kritik AugenoptikAuch der konstruktive Umgang mit konstruktiver Kritik will gelernt sein | © StockRocket / iStockphoto.com
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Konstruktive Kritik: Wie du sie annimmst und daraus lernst

Klar, Kritik mag niemand gern. Doch wenn Du Dich darauf einlässt, merkst Du schon bald, dass konstruktive Kritik Dich weiterbringt – im Privatleben wie auch im Job. Hier erklären wir Dir, wie Du lernst, Verbesserungsvorschläge anzunehmen, und wie Du richtig darauf reagierst.

Was macht konstruktive Kritik aus?

Neben dem Inhalt ist auch oft die Art der konstruktiven Kritik wichtig: Wie trägt das Gegenüber diese vor? Ist sie hilfreich oder destruktiv? Und wie ist die Qualität der Kritik? Kann ich etwas damit anfangen und mich dadurch verbessern? Diese Hauptelemente sind essenziell für eine konstruktive Kritik:

  1. Sie ist möglichst konkret: Ob unangenehme Fragen oder echte Probleme – wer andere angemessen kritisiert, stellt sich diesen Dingen ohne Scheu. Dabei werden die Punkte im Gespräch sachlich, klar und präzise offengelegt.
  2. Sie ist analytisch: Nicht nur subjektiv seine eigenen Standpunkte anmerken, sondern zunächst gründlich darüber nachdenken, bevor kritisiert wird. Die Schlussfolgerungen, die gezogen werden, sollten keine Schnellschüsse sein. Besser sind durchdachte Anregungen und Tipps.
  3. Sie ist lösungsorientiert: Alternativen, Ziele, Vorschläge – bloßes Meckern bringt niemand weiter. Die Konsequenzen müssen genau durchdacht und für konstruktive Kritik möglichst zielgerichtet formuliert werden.

Wie Du lernst, konstruktive Kritik anzunehmen

Gerade im Berufsleben ist es von Vorteil aus seinen Fehlern zu lernen, kritikfähig zu sein und gut gemeintes Feedback anzunehmen. Diese Anregungen solltest Du Dir daher zu Herzen nehmen:

  • Wahre Distanz: Wenn Du Dich emotional von Kritik distanzierst, empfindest Du diese nicht mehr als persönlichen Angriff, sondern weißt zu schätzen, dass Du Dich durch diesen Tipp verbessern kannst.
  • Rechtfertige Dich nicht: Wenn Du einen Fehler gemacht hast und kritisiert wirst, gib die Schuld nicht weiter, sondern übernimm die Verantwortung und denke über die konstruktive Kritik nach, bevor Du Dich verteidigst.
  • Höre aufmerksam zu: Wenn Du Dein Gegenüber in Ruhe aussprechen lässt, kannst Du Dich besser auf die Inhalte konzentrieren und Dich genau darauf fokussieren, was Dich an dem Gesagten stört. So kannst Du zielgerichteter darauf eingehen, wirkst professioneller und zielstrebiger.
  • Nachfragen erlaubt: Wenn ein Kritikgespräch sehr emotional verläuft oder überraschend kommt, verstehst Du vielleicht einige Dinge nicht oder kannst manches nicht nachvollziehen. Um einen Nutzen daraus zu ziehen, frage daher gezielt nach und bitte auch um Verbesserungsvorschläge Deines Gegenübers.
  • Bitte um guten Umgang: Auch wenn Du etwas falsch gemacht hast und Dein Gegenüber sauer ist – das ist kein Grund, Dich anzuschreien oder ungerecht zu werden. Bitte den anderen daher in ruhigem Ton, normal mit Dir zu sprechen. Passiert das nicht, solltet ihr das Gespräch fortsetzen, wenn sich die Gemüter beruhigt haben. Das ist auch für ein erfolgreiches Teambuilding wichtig.
  • Entscheide, was Du annimmst: Konstruktive Kritik hat viel mit Objektivität und Subjektivität zu tun. Reflektiere Deine Fehler daher nach einem Gespräch noch mal genau und überlege ehrlich, ob Dein Gesprächspartner bei einigen Punkten im Recht ist. Nur wer sich selbst hinterfragt, kann weiterkommen.
  • Sei dankbar für Kritik: Warum? Weil es Mut erfordert, Kritik zu üben – und Kritik anzunehmen. Für beide Seiten kann ein solches Gespräch unangenehm sein. Aber betrachte es doch einmal aus dieser Perspektive: Wenn Dich Dein Gegenüber kritisiert, hat er Interesse an einer guten Zusammenarbeit. Vielleicht wirst Du dadurch ja sogar selbstsicherer.

Vier Regeln für eine angemessene Reaktion auf konstruktive Kritik

  1. Zuhören: Höre hin, was andere zu sagen haben und um welches Thema es geht.
  2. Zugeben: Wenn die Kritik angemessen ist, mache Dir Gedanken, was davon zutrifft und welche Punkte berechtigt sind.
  3. Lernen: Welche positiven Punkte kannst Du aus dem Gespräch ziehen? Und: Wirst Du sie für Dich nutzen und auf Dich anwenden?
  4. Widersprechen: Wenn Du Dich ungerecht behandelt fühlst, friss die Dinge nicht in Dich hinein, sondern mache ihnen kontrolliert Luft. Sprich an, was nicht stimmt und warum.

Wiederholte Fehler bei konstruktiver Kritik

Feedback zur Arbeit ist wichtig, um auf seinem beruflichen Weg weiterzukommen. Fortschritte können nur durch Austausch erreicht werden. Doch für Kritik benötigt man Fingerspitzengefühl – so wird Stress bei der Arbeit reduziert. Auch wenn Du als Auszubildender noch in der Position bist, kritisiert zu werden, irgendwann wendet sich das Blatt. Dabei solltest Du nicht einfach Deiner Wut freien Lauf lassen. Beherzige daher unbedingt folgende Tipps:

  • Ausgeglichenheit: Lob und Kritik sollten sich immer die Waage halten. Denn auch durch positive Rückmeldung lernen andere dazu. Außerdem stärkt sie das Selbstbewusstsein. Negative Äußerungen ermuntern andere nicht und spornen ebenso wenig an.
  • Der richtige Zeitpunkt: Die Gefühle kochen hoch und Frustration stellt sich ein? Kritik kann nie konstruktiv sein, wenn die Gemütslage nicht stabil ist. Ein neutrales Umfeld ohne Enttäuschungen und Ärger ist daher unverzichtbar.
  • Anteilnahme: Ehrlich und konkret, das macht konstruktive Kritik aus. Doch wer zu direkt ist, kann seinen Rat nicht ideal anbringen. Taktgefühl gehört unbedingt dazu, damit das Feedback auf fruchtbaren Boden fällt.

Wenn Du Dir diese Ratschläge zu Herzen nimmst, merkst Du schnell, dass Du konstruktive Kritik nicht scheuen musst. Habe also keine Angst vor klärenden Gesprächen – durch sie kannst Du Dich verbessern und lernst dazu.