Zentrieren ist mehr als ein MesswertWenn „fast richtig“ nicht reicht – Warum Genauigkeit den Unterschied macht © Jacob Wackerhausen / istockphoto.com
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Brillengläser richtig zentrieren – warum Genauigkeit den Unterschied macht.

Unsere Ausbilder plaudern aus dem Nähkästchen – oder dem Etui:

Wenn „fast richtig“ nicht reicht

Du hast alles vorbereitet, das Glas eingeschliffen, eingesetzt – und trotzdem stimmt etwas nicht. Die Brille sitzt, aber der Kunde wirkt unsicher. „Irgendwie fühlt sich das komisch an“, sagt er. Beim genaueren Prüfen zeigt sich, dass die Zentrierung nicht ganz passt. Kein grober Fehler, nur ein paar Zehntel daneben. Und genau das reicht schon aus, um den Tragekomfort zu beeinträchtigen.

Zentrieren ist mehr als ein Messwert

Beim Zentrieren geht es nicht nur darum, Zahlen korrekt zu übernehmen. Es geht darum, Gläser so zu positionieren, dass sie zur Anatomie des Kunden passen. Pupillendistanz, Einschleifhöhe und Fassungsform greifen hier ineinander. Kleine Abweichungen fallen auf dem Papier kaum auf – im Alltag aber umso mehr. Für Dich heißt das: Zentrieren verlangt Konzentration und Sorgfalt, nicht Geschwindigkeit.

Sauber arbeiten von Anfang an

Viele Zentrierfehler entstehen nicht beim Einschleifen, sondern schon davor. Ungenaues Anzeichnen, verrutschte Markierungen oder ein unachtsamer Moment reichen aus. Deshalb lohnt es sich, vor dem Einschleifen noch einmal zu prüfen: Stimmen die Markierungen? Sitzt die Fassung korrekt? Ist alles eindeutig übertragen? Diese kurze Kontrolle spart später viel Nacharbeit.

Technik unterstützt – ersetzt aber kein Gefühl

Zentriergeräte und Automaten sind eine große Hilfe. Sie liefern präzise Werte und erleichtern den Arbeitsalltag. Trotzdem bleibt das letzte Urteil bei Dir. Prüfe, ob die Markierungen logisch sind, ob sie zur Fassung und zum Kunden passen. Technik nimmt Dir Arbeit ab – das Mitdenken nicht.

Genauigkeit verständlich erklären

Wenn ein Kunde nachfragt, warum sich die Brille noch ungewohnt anfühlt oder warum Du etwas überprüfst, hilft eine kurze, klare Erklärung. Du kannst ruhig sagen, dass schon kleine Abweichungen bei der Zentrierung spürbar sind und Du deshalb noch einmal genau hinschaust. So versteht der Kunde, warum Genauigkeit hier entscheidend ist – und dass Du nichts dem Zufall überlässt.

Genauigkeit zahlt sich aus

Sauber zentrierte Gläser bedeuten entspanntes Sehen, schnellen Gewöhnungseffekt und weniger Reklamationen. Für Dich als Azubi ist das eine wichtige Erfahrung: Genaues Arbeiten kostet ein paar Minuten mehr – spart aber Zeit, Ärger und Unsicherheit später.

Fazit: Lieber einmal mehr prüfen

„So ungefähr“ reicht beim Zentrieren nicht aus. Kleine Abweichungen haben große Wirkung. Wenn Du Dir Zeit nimmst, sauber arbeitest und Deine Ergebnisse noch einmal überprüfst, legst Du den Grundstein für zufriedene Kunden und gutes Handwerk. Genauigkeit ist hier kein Extra – sie ist entscheidend.

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