Übung macht den Gesellen: Die Bohrbrille erfordert Geduld und Geschicklichkeit | Foto: Andreas Friedrich, Firma: Fred McFar Fotoproduktionen aus Karlsruhe
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Die Bohrbrille – das „Meisterstück“ in der Gesellenprüfung Teil 2

Nachdem wir uns bereits ausführlich der Gesellenprüfung Teil 1 gewidmet haben, möchten wir Dir nun die Bohrbrille näher bringen. Die Bohrbrille ist ein Teil Deiner Gesellenprüfung Teil 2 und wird auch in den Kursen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung ausführlich behandelt. Was ist die Bohrbrille und welche handwerklichen Fähigkeiten erfordert die Erstellung? Das erfährst Du bei uns!

Vorbereitung

Um eine Bohrbrille anfertigen zu können, braucht es Übung, Geduld und handwerkliches Geschick. Und natürlich das richtige Material! Folienstift, Messschieber, Glaslineal, Reibahlen, Bohrlochentgrater, MM-Papier, Bohrmaschine und Bohrer/Fräser, Glas und Fassung – ohne lässt sich keine Bohrbrille erstellen! Du hast alle notwendigen Geräte und Materialien vor Dir liegen/stehen? Dann kann es losgehen!

Die ersten Schritte zur Bohrbrille

Grundsätzlich beginnt deine Mission „Bohrbrille“ mit dem Anfertigen einer Formscheibe und dem Anzeichnen der rohrunden Gläser. Hierfür kannst Du einen Scheitelbrechwertmesser verwenden. Im Automat schleifst Du anschließend die Gläser, kanntest sie ab und zeichnest die Symmetrielinien auf beide Gläser. Klingt alles sehr theoretisch? Das scheint nur so! Wenn Du an Deiner Werkbank sitzt und überlegst, was Du als nächstes machen musst, nutze einen simplen Trick: Versuche Dir ganz am Anfang alle Materialien in der richtigen Reihenfolge hinzulegen. Dann kannst Du Dich nicht verzetteln und bist immer im Flow!

Bohren, bohren und nochmals bohren

Ist ein Loch erst einmal da, kann man es nur schwer wieder rückgängig machen. Vor allem nicht, wenn es sich um gebohrtes Glas handelt. Daher solltest Du bei den folgenden Arbeitsschritten ganz genau aufpassen und Ruhe bewahren! Fertige eine Zeichnung an und trage die Bohrlochkoordinaten ein. Und danach, wenn Du alles eingestellt hast, bohrst Du die Löcher mit der Tischbohrmaschine oder der LessStress. Von Hand geht natürlich auch, ist in der Prüfung aber vielleicht nicht so ratsam, da dies mehr Zeit benötigt. Gewünschte Schmuckfacetten und Schmuckkerben kommen dann zum Schluss.

So wird eine Bohrbrille daraus

Gläser mit Löchern sind natürlich nur die halbe Miete. Also ist der letzte Schritt die Montage der Randlosfassung. Auch hierbei gilt unser Tipp: Alles in der richtigen Reihenfolge vorbereiten: Erst das Mittelteil, dann die Backen, dann die Bügel, anschließend noch ausrichten! Und ohne Kontrolle sollte weder im Betrieb etwas an den Kunden übergeben werden noch in der Prüfung an den Prüfungsausschuss. Also noch einmal kontrollieren und dann heißt es hoffentlich: Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Gesellenprüfung!