Was tun bei Schleifstaub und Fingerabdrücken? © nicoletaionescu / istockphoto.comTipps & Ratgeber
Da hilft kein Pusten!“ – Warum Schleifstaub und Fingerabdrücke keine Kleinigkeit sind
Unsere Ausbilder plaudern aus dem Nähkästchen – oder dem Etui
Gerade fertig – und trotzdem nicht perfekt
Das Glas ist eingeschliffen, die Arbeit ist eigentlich erledigt. Du legst die Brille noch einmal auf den Tisch und entdeckst einen Fingerabdruck mitten im Sichtbereich. Also einmal kurz pusten und fertig? Schön wär’s. Denn Schleifstaub und Fingerabdrücke verschwinden selten so einfach, wie man denkt. Genau hier zeigt sich, wie wichtig sauberes Arbeiten in der Werkstatt ist.
Warum Sauberkeit mehr ist als Optik
Beim Einschleifen kommt es auf Präzision an. Schon kleine Staubpartikel oder Schleifrückstände können verdecken, ob ein Glas sauber im Fassungsrand sitzt oder ob noch nachgearbeitet werden muss. Wer verschmutzte Gläser beurteilt, übersieht leichter Details. Deshalb gehört das Reinigen nicht erst ans Ende der Arbeit, sondern begleitet den gesamten Arbeitsprozess.
Finger weg von schnellen Lösungen
Einmal kurz pusten, schnell mit dem Ärmel über das Glas wischen oder die Brille zwischen zwei Arbeitsschritten irgendwo ablegen – genau solche Gewohnheiten sorgen oft für neue Verschmutzungen. Bevor Du ein Glas reinigst, solltest Du zunächst Schleifstaub und andere Rückstände entfernen, zum Beispiel mit einer Reinigung im Ultraschallbad. Bleiben feine Staubpartikel auf dem Glas zurück, können sie beim anschließenden Reinigen wie kleine Schleifkörner wirken und die Oberfläche beschädigen. Erst danach kommen saubere Mikrofasertücher zum Einsatz, um Schlieren oder letzte Rückstände zu entfernen. Das dauert meist nur wenige Sekunden länger, sorgt aber für deutlich bessere Ergebnisse.
Kontrollieren, bevor Du weitermachst
Gewöhne Dir an, Gläser und Fassung nach wichtigen Arbeitsschritten kurz zu kontrollieren. Sind noch Schleifrückstände vorhanden? Befinden sich Fingerabdrücke auf den Gläsern? Ist der Fassungsrand sauber? Diese kurzen Kontrollen helfen Dir dabei, Fehler frühzeitig zu erkennen. Manchmal liegt die Ursache für ein vermeintliches Problem nämlich nicht in der Arbeit selbst, sondern schlicht in einem verschmutzten Glas.
Auch der Arbeitsplatz spielt eine Rolle
Saubere Gläser beginnen bei einer sauberen Werkbank. Liegen Schleifstaub, Werkzeug oder Reinigungstücher ungeordnet herum, gelangen Verschmutzungen schnell wieder auf die fertige Brille. Deshalb lohnt es sich, den Arbeitsplatz regelmäßig aufzuräumen und sauber zu halten. Das spart Zeit und sorgt für einen reibungsloseren Arbeitsablauf.
Was der Kunde später sieht
Der Kunde kennt die einzelnen Arbeitsschritte nicht. Er sieht aber sofort, ob die Brille sauber übergeben wird. Staubreste, Fingerabdrücke oder Schlieren fallen schnell ins Auge. Deshalb gehört eine gründliche Reinigung genauso zur Arbeit wie das Einschleifen selbst.
Fazit: Präzision beginnt mit Sauberkeit
Schleifstaub, Fingerabdrücke und Rückstände wirken harmlos – können aber die Qualität Deiner Arbeit beeinflussen. Halte Gläser, Werkzeuge und Arbeitsplatz sauber und kontrolliere regelmäßig Dein Ergebnis. So erkennst Du Probleme frühzeitig und sorgst dafür, dass die fertige Brille nicht nur gut aussieht, sondern auch wirklich sauber ist.



