Die richtigen Zangen in der Augenoptik © Svitlana Hulko / istockphoto.comTipps & Ratgeber
Die richtige Zange im richtigen Moment – „Werkzeugkunde mit Gefühl“
Unsere Ausbilder plaudern aus dem Nähkästchen – oder dem Etui:
Ein Handgriff mit Folgen
Du willst schnell noch einen Bügel richten. Die Brille liegt griffbereit, die Zange auch. Kurz angesetzt, leicht gedrückt – und dann siehst Du es: eine kleine Macke in der Fassung. Nichts Dramatisches, aber ärgerlich. Genau hier zeigt sich, wie entscheidend das richtige Werkzeug ist. In der Augenoptik macht nicht nur was Du tust einen Unterschied, sondern auch womit.
Zange ist nicht gleich Zange
In der Werkstatt gibt es viele Zangen – und jede hat ihren Zweck. Flachzange, Rundzange, Kunststoffzange: Sie sehen sich manchmal ähnlich, funktionieren aber völlig unterschiedlich. Wer zur falschen Zange greift, riskiert Druckstellen, Kratzer oder Spannungen im Material. Deshalb gilt: Erst überlegen, dann zugreifen. Die passende Zange macht den Handgriff sicherer – und das Ergebnis sauberer.
Der richtige Griff entscheidet
Nicht nur die Zange selbst ist wichtig, sondern auch, wie Du sie hältst. Zu viel Kraft, ein falscher Winkel oder ein ruckartiger Bewegungsablauf können Material schädigen. Eine Zange wird ruhig geführt, mit gleichmäßigem Druck und immer mit Blick auf die Kontaktfläche. Besonders bei empfindlichen Fassungen zeigt sich schnell, ob mit Gefühl gearbeitet wird.
Schutz vor Schäden
Viele Zangen sind beschichtet oder haben Kunststoffauflagen. Das ist kein Zufall. Diese Schutzflächen verhindern, dass Metall direkt auf Metall trifft. Achte darauf, dass die Auflagen sauber und unbeschädigt sind. Eine verschmutzte oder beschädigte Zange kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Im Zweifel gilt: lieber kurz wechseln als später reparieren.
Übung macht sicher
Am Anfang fühlt sich der Umgang mit den verschiedenen Zangen ungewohnt an. Das ist normal. Mit der Zeit entwickelst Du ein Gefühl dafür, welche Zange sich für welchen Handgriff eignet. Unsere Ausbilder sagen nicht umsonst: Wer sein Werkzeug kennt, arbeitet entspannter. Genau deshalb gehört Werkzeugkunde fest zur Ausbildung – nicht als Theorie, sondern im täglichen Tun.
Was der Kunde wahrnimmt
Kunden sehen nicht jeden Handgriff in der Werkstatt. Aber sie merken, ob eine Brille sicher sitzt, ob nichts klemmt oder wackelt – und ob Du bei der Übergabe ruhig erklärst, was gemacht wurde. Sauber eingesetztes Werkzeug zeigt sich im Ergebnis: keine Kratzer, keine Druckstellen, keine unnötigen Nachbesserungen. Genau das schafft Vertrauen, auch wenn der eigentliche Handgriff im Hintergrund passiert.
Fazit: Werkzeug mit Köpfchen einsetzen
Die richtige Zange im richtigen Moment macht den Unterschied zwischen sauberer Arbeit und unnötigem Schaden. Für Dich als Azubi heißt das: Nimm Dir Zeit, lerne Dein Werkzeug kennen und arbeite mit Gefühl. Denn gutes Handwerk beginnt nicht erst bei der Brille – sondern bei dem Werkzeug, das Du in die Hand nimmst.
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