Welche Materialien verwendet ein Augenoptiker eigentlich? | © Andreas Friedrich, Firma: Fred McFar Fotoproduktionen aus Karlsruhe
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Materialübersicht in der Augenoptik

Du interessierst Dich für die Ausbildung im Augenoptikerhandwerk oder bist bereits Azubi? Dann weißt Du vielleicht schon, dass es sich bei der Augenoptik um ein Gesundheitshandwerk handelt! Dies bedeutet, dass der Augenoptiker handwerklich tätig und für eine gute Beratung seiner Kunden verantwortlich ist. Wenn Du jetzt denkst: Beim Augenoptiker bekomme ich doch nur eine Brille – dann liegst Du weit daneben! Als Augenoptiker oder Azubi musst Du natürlich auch beachten, dass einige Kunden z. B. Allergien haben. Oder dass die Verwendung von richtigem Glas in einer Brille bei Kindern zu schweren Verletzungen führen kann! Es ist also sehr wichtig, dass Du die unterschiedlichen Materialien kennst, die beim Augenoptiker verwendet werden. Die am häufigsten verwendeten Grundstoffe stellen wir Dir jetzt vor:

Grundstoffe für Gläser:

Kunststoff

Kunststoff ist ein weiter Begriff. In der Augenoptik werden Kunststoffe sowohl für Brillengläser als auch für Kontaktlinsen verwendet. Weiche Linsen bestehen z. B. aus einer Mischung von Kunststoffen und Wasser. Organische Gläser bestehen ebenfalls aus verschiedenen Kunststoffen und werden besonders bei Sport- und Kinderbrillen eingesetzt, denn sie sind leicht, bruchresistent und angenehm zu tragen. Kunststoffgläser filtern zudem schädliches UV-Licht zu einem sehr großen Teil heraus, um unsere Augen davor zu schützen.

Glas

Neben Gläsern aus Kunststoff können sich Deine Kunden auch für mineralische Gläser entscheiden. Hier kommt es z. B. darauf an, ob Dein Kunde eine hohe Fehlsichtigkeit hat, also extrem kurz- oder weitsichtig ist. In dem Fall können mineralische Gläser von Vorteil sein, weil sie dünner gefertigt werden können. Jedoch haben mineralische Gläser ein höheres Gewicht und Bruchrisiko als Kunststoffgläser und sind somit nicht immer die erste Wahl für unsere Kunden.

Grundstoffe für Fassungen:

Celluloseacetat

Das Kunststoffmaterial Acetat besteht aus Cellulose, einem Zellstoff auf pflanzlicher Basis, Essigsäuren und Weichmachern. Aufgrund seiner Eigenschaften wird Acetat häufig in der Fassungsherstellung verwendet. Welche Eigenschaften das sind? Geringes Gewicht, biegsam und gute Anpassmöglichkeiten! Mit ein wenig Hitze kann das Material z. B. hinter dem Ohr geformt und so an den Kunden angepasst werden. Zu hohe Temperaturen solltest Du allerdings vermeiden, da das Acetat verschmoren kann.

Titan

Auch das Leichtmetall Titan kommt in der Fassungsherstellung vor. Das chemische Element Ti ist ein sehr leichtes Metall– also optimal für den Nasenrücken Deiner Kunden. Das Metall ist sehr widerstandsfähig und korrosionsbeständig. Das bedeutet ganz einfach, dass es nicht rostet! Dadurch, dass Titan weitestgehend allergiefrei ist, ist es für Allergiker gut geeignet und kann auch in Form von  Nasenpads bestellt werden.

In Deiner Ausbildung wirst Du noch mit vielen anderen Materialien arbeiten dürfen. Sowohl die Fassungen als auch Gläser und natürlich auch das Zubehör (z. B. kleine Schrauben oder Nasenpads) bestehen aus verschiedenen Grundelementen. Und für Deine Kunden ist es sehr wichtig, dass Du die Eigenschaften kennst und sie mit Deinem Wissen optimal beraten kannst.