Interview mit Matthias MuellerInterview mit Matthias Mueller
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Interview mit Matthias Müller

Matthias Müller ist staatlich geprüfter Augenoptiker und Augenoptiker-Meister – seit 2006 ist er Inhaber von „Brillen Hänssler“ im südbadischen Singen. Er hatte bereits sieben Azubis in der Augenoptiker-Ausbildung.

Matthias Müller, warum haben Sie selbst die Augenoptiker-Ausbildung gemacht?

Eigentlich wollte ich Lehrer werden, aber mein Vater sagte, ich hätte damit schlechte Berufsaussichten, ich solle lieber etwas „Vernünftiges“ machen. Ich wollte unbedingt mit Menschen zu tun haben, aber ich mochte auch feine Arbeiten wie zum Beispiel Modellbau. Deshalb informierte ich mich, welcher Beruf beide Seiten vereint. Schließlich kam ich zur Augenoptik und dachte gleich, das passt sehr gut zu mir.

Macht Ihnen die Arbeit als Augenoptiker noch immer Spaß?

Schon die Augenoptiker-Ausbildung hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich hatte einen tollen Ausbilder – es gelang ihm, den Spaß an dieser Arbeit zu vermitteln. Nach der Ausbildung wurde es nochmal richtig interessant: Als Geselle arbeitete ich selbständiger und betreute im Geschäft meine eigenen Kunden. Und selbst nach vielen Jahren ist mein Beruf abwechslungsreich geblieben. Die Anforderungen unterscheiden sich täglich – es ist keine Fließbandtätigkeit. Was mir besonders gut gefällt, ist das direkte Feedback der Kunden. Wenn mir jemand erklärt, er könne jetzt viel besser sehen, ist das eine schöne Bestätigung für meine Arbeit.

Was ist während der Augenoptiker-Ausbildung die größte Herausforderung?

Für mich war die feine Arbeit eine Herausforderung – die Exaktheit, die bei der Optik notwendig ist. Die muss man erst einmal lernen. Für viele ist es außerdem eine riesige Herausforderung auf fremde Menschen zuzugehen. In unserem Beruf spielt Beratung eine immer größere Rolle – ohne Offenheit gegenüber dem Kunden ist das nicht machbar.

Man sollte also Feingefühl mitbringen?

80 Prozent der Eindrücke, die wir täglich sammeln, gelangen über das Auge in unser Gehirn. Der Sehsinn ist der wichtigste unserer Sinne. Mit Menschen umzugehen, die damit Probleme haben haben, erfordert viel Feingefühl. Man lernt in der Ausbildung auch viel von seinen Kollegen.

Sollten angehende Azubis gut in Physik sein?

Man sollte nicht unbedingt Physik als sein absolutes schlimmstes Fach empfinden. Optik ist Teil der Physik. Aber man muss kein Einser-Kandidat sein. In der Ausbildung lernt man das wichtigste, was man für die Arbeit braucht.

Welche Rolle spielt Medizin?

Medizinisches Grundwissen spielt heute eine größere Rolle als früher. Das liegt daran, dass Optiker immer mehr die ersten Ansprechpartner für Menschen mit Sehschwierigkeiten sind. Viele Augenärzte führen Sehtests nicht mehr selbst durch. Wenn Kunden dann zuerst zu mir kommen, sollte ich schon erkennen, ob eine Sehschwäche vorliegt oder eine Krankheit.

Ist Augenoptiker ein Job mit Zukunft?

Fehlsichtigkeiten nehmen eher zu als ab und die Anforderungen an unser Auge steigen. Augenoptiker werden immer gefragt sein. Wenn es um etwas so wichtiges wie das Sehen geht, gehen die Menschen gerne zum Optiker, um sich in Ruhe professionell beraten zu lassen.

 

Willst du noch mehr erfahren? Hier findest du weitere Infos zur Augenoptiker-Ausbildung!