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Zehn Feedbackregeln – so klappt’s mit der Rückmeldung

Rückmeldungen sind wichtig für die Entwicklung. Durch Feedback von Kollegen, Abteilungsleitern und Chefs lernst Du etwas dazu, vermeidest Fehler und erweiterst Deine Fähigkeiten. Damit es mit dem Feedback aber richtig funktioniert, gibt es einige Regeln, an die Du Dich halten solltest – egal ob Du eine Rückmeldung bekommst oder selbst eine gibst.

Diese zehn Feedbackregeln gilt es zu beachten

Mindestens einmal pro Jahr findet in vielen Unternehmen ein Rückmeldungsgespräch statt. Damit Du und Dein Gegenüber diesen Prozess positiv hinter euch bringt und Du etwas Gutes aus dem Treffen ziehen kannst, sind zehn Feedbackregeln wichtig. Schaue sie Dir in Ruhe an und versuche, sie beim nächsten Gespräch zu berücksichtigen. Denn: Ein konstruktives Gespräch bringt Dich weit nach vorn.

  1. Ein guter Überblick ist Voraussetzung
    Besonders als Berufseinsteiger stehst Du bei einem Kritikgespräch erst am Anfang der Karriereleiter und damit in der Hierarchie des Unternehmens ganz unten. Mache Dir klar, dass Du auf die Hilfe Deiner Kollegen und Vorgesetzten angewiesen bist und ihre Unterstützung benötigst. Andererseits darfst Du Dich nicht zu klein machen. Versuche daher, die angesprochenen Punkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und bei Kritik offen zu sein. Überdenke das Thema kurz und antworte dann durchdacht.
  2. Den richtigen Zeitpunkt abwarten
    Dies gilt sowohl für das Gespräch an sich als auch für den Verlauf – das ist ein echter Balanceakt. Wenn Du merkst, dass Dein Gegenüber schlecht drauf ist, halte Dich etwas zurück und versuche für nicht noch mehr Aufregung zu sorgen, sondern reduziere den Stress. Denn erzwungenes Feedback verliert an Wirkung. Warte aber nicht zu lange damit und gib in einem solchen Fall dosierte Kommentare, damit die Kritik zeitnah erfolgt.
  3. Verständnis zeigen
    Freundlichkeit und Empathie sind eine fundamentale Feedbackregel für jedes Kritikgespräch. Wer beides aufbringt, schafft Vertrauen – und das ist wichtig, um Kritik anzubringen, aufzunehmen und kritikfähig zu sein. Beide Seiten sollten also ein entspanntes Umfeld schaffen und gelöst und nicht gestresst in das Feedbackgespräch gehen. Das lässt den Kollegenkreis zusammenwachsen und unterstützt das Teambuilding im Unternehmen.
  4. Beschreiben, nicht bewerten
    Indem Du jemanden von oben herab behandelst, provozierst Du eine Abwehrhaltung. Das bewirkt Rechtfertigungen und ein konstruktives Gespräch wird immer schwieriger. Wenn Du jedoch als Feedbackregel auf eine Beschreibung setzt, wirkt der Inhalt neutraler. Fehler können so selbst erkannt werden.
  5. Offen sein
    Du denkst, ein Kritikgespräch ist dazu da, um Dich runterzumachen? Falsch! Genau das Gegenteil ist der Fall. Konstruktive Kritik macht Dich besser. Und wer sagt Dir, dass Dein Gegenüber nicht auch etwas Gutes in Dir sieht. Sei also nicht so skeptisch und führe das Gespräch als Dialog. Lass nicht nur Deinen Chef reden, sondern bringe Dich ein.
  6. Immer konkret bleiben
    Allgemeine Formulierungen und Übertreibungen gehören nicht in ein Kritikgespräch – das ist eine der wichtigsten Feedbackregeln. Bringe konkrete Beispiele. Warum ist etwas so passiert, wann war das und wie kam es dazu? So kann Dein Gegenüber besser nachvollziehen und verstehen, was Dich zu einer Handlung bewegt hat. Und das Gleiche kannst Du natürlich auch von Deinem Gesprächspartner verlangen. Verallgemeinerungen bringen Dich nicht weiter, konkrete Details sorgen dagegen für größere Jobchancen.
  7. Suche das Vier-Augen-Gespräch
    Ein wichtiges Gespräch zwischen Tür und Angel, wenn eventuell sogar noch Kollegen im Raum sind? Auf keinen Fall! Das stellt beide Parteien bloß und bewirkt das Gegenteil von einem positiven Verlauf. Eine entspannte Atmosphäre unter vier Augen hat einen größeren Effekt und bringt viel mehr.
  8. Sachlichkeit ist unverzichtbar
    Damit das Gespräch positiv verläuft, ist es von Vorteil, wenn Du Dich vorher beruhigst. Bist Du aufgeregt oder wütend, nimm Dir etwas Zeit, um wieder runter zu kommen. Nur wer sachlich sowie zielstrebig bleibt und es vermeidet persönlich zu werden, kann nachvollziehbare Argumente liefern.
  9. Hilfreiche Tipps bringen Dich nach vorn
    Kritik ist eine schwierige Sache. Du fühlst Dich während eines Feedbackgespräches vielleicht überfordert und nicht wohl. Mache Dir aber klar, dass es ein völlig natürlicher Prozess ist und Deine Ausbildung zum Augenoptiker eine Lernphase darstellt. Geben Dein Chef oder Abteilungsleiter Dir keine passenden Ratschläge, fordere sie ein. Frage offen danach und bitte sie, Dich zu unterstützen.
  10. Dosiert handeln
    Hier die letzte, aber nicht weniger wertvolle Feedbackregel: Lass Dich nicht von Deinen Gefühlen übermannen und plappere während des Gesprächs nicht einfach drauf los. Redest Du Dich in Rage, verfehlt die konstruktive Kritik ihre Wirkung. Es ist viel sinnvoller Dir die Punkte Deines Gegenübers mit Geduld anzuhören und wichtige Details aufzuschreiben. So kannst Du bei Deinen Ausführungen darauf zurückkommen und gezielt darauf antworten.

Feedbackgespräch: So bereitest Du Dich darauf vor

Vorbereitung ist alles. Das gilt auch für das regelmäßige Rückmeldungsgespräch mit Deinem Vorgesetzten oder Chef:

  • Reflektiere Deine Leistung: Schaue auf das, was Du Dir vorgenommen hast. Konntest Du Deine Ziele erreichen? Hast Du Dich angestrengt? Was lief gut und was schlecht? Sei dabei möglichst ehrlich zu Dir selbst und mache Dir Stichpunkte. Zu den Feedbackregeln gehört Ehrlichkeit Dir und anderen gegenüber. Nur durch Reflexion lernst Du dazu und kannst Dich selbst optimieren.
  • Versuche Dich aus eigener und fremder Sicht zu sehen: Beide Perspektiven sind wichtig und die Einschätzungen gehen oft weit auseinander. Was Du als positiv bewertest, sieht Dein Chef vielleicht anders – oder andersherum. Gehe diese Punkte im Vorfeld durch und lege Dir Argumente für Deine Sichtweise zurecht. Das erleichtert die Argumentation im Gespräch.
  • Lerne offen zu sein: Niemand wird gerne kritisiert, doch diese Erfahrung ist wichtig für die eigene Entwicklung. Stehe Deinem Gegenüber bei einem Kritikgespräch also offen gegenüber, sei nicht abweisend und versuche Dich in den anderen hineinzuversetzen.
  • Mache Dir Gedanken über neue Ziele und Deine persönliche Entwicklung: Indem Du über die Leistung der letzten Monate nachdenkst, kommen automatisch auch Deine Ziele und eine mögliche Perspektive in Spiel. Denke also auch darüber nach, was Du in den kommenden Monaten erreichen möchtest, was Du an Dir verbessern kannst und was Du von Deinem Chef oder den Kollegen dafür benötigst.