Berichtsheft in der AugenoptikerausbildungAlles Wissenswerte über das Berichtsheft | © Milkos / iStock.com
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Das Berichtsheft – Dein nützlicher Begleiter

Das Führen des Berichtsheftes ist wahrscheinlich mit das leidigste Thema eines jeden Auszubildenden. Warum soll man aufschreiben, was man gemacht hat, wenn doch jeder Auszubildenden in der Augenoptik eigentlich das Gleiche lernt? Gute Frage, die wir Dir gerne beantworten!

Die Grundlagen

Das Berichtsheft – oder auch Ausbildungsnachweis genannt – dient nicht dazu, Dich als Auszubildenden mit unnötiger Arbeit zu belasten. Es schützt vor allem Dich und Deinen Ausbilder! Klingt erst einmal komisch, ist aber ganz einfach: Dein Berichtsheft wird als Dokument für Deinen Ausbildungsstand und Deinen Ausbildungsverlauf gesehen. Indem Du dokumentierst, was Du gelernt hast, kann im Streitfall keine Seite behaupten, dass dieses oder jenes Thema nicht behandelt wurde. Du füllst das Berichtsheft wahrheitsgetreu und Dein Ausbilder bestätigt den Inhalt mit seiner Unterschrift. So seid ihr euch alle über Deinen aktuellen Wissenstand im Klaren und einig.

Die Richtlinien zur Führung des Berichtsheftes in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und im Saarland

Im Gebiet des SWAV sind die Tätigkeitsberichte vierzehntägig zu führen. Sie sind fortlaufend zu nummerieren und in chronologisch richtiger Reihenfolge abzuheften. Berufsschulzeiten, überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, Urlaub und Fehlzeiten müssen ebenfalls vermerkt sein.

Du und Dein Ausbilder bestätigen zeitnah – mit Unterschrift und Datum – die Richtigkeit der Angaben. Und: Flunkern gilt nicht! Der Gesellenprüfungsausschuss checkt Dein Berichtsheft sowohl bei der Gesellenprüfung Teil 1 als auch bei Gesellenprüfung Teil 2 und die Mitglieder haben ein Näschen für unglaubwürdige Angaben! Tätigkeit an einem Feiertag? Leere Blätter, die bereits unterschrieben sind? Ein Unterschriftsdatum auf mehreren Seiten? Hier werden die Prüfungsausschussmitglieder hellhörig!

Ganz wichtig ist auch, dass Du alle Tätigkeiten aufführst, die Du im Betrieb erledigt hast. Hierzu zählen auch ausbildungsfremde Beschäftigungen, z. B. wenn Du putzen oder Botengänge erledigen musstest. Du warst in der Berufsschule? Dann schreibe den erlernten Stoff mit einer kurzen Inhaltserläuterung nieder.

Denke bitte immer daran, dass Du präzise bist: Mit „Arbeiten am Reparaturplatz“ kann niemand etwas anfangen und „Sonnenbrille“ ist keine korrekte Tätigkeit. Je genauer Du Deine Arbeiten beschreibst, desto mehr bleiben sie Dir im Gedächtnis.

Das Online-Berichtsheft

Seit dem 1. Oktober 2017 kann der Ausbildungsnachweis entweder schriftlich oder elektronisch geführt werden. Dies ist die Folge des Gesetzes zum „Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes“, welches eine Änderung des Berufsbildungsgesetzes nach sich zog. Die neue Regelung gilt allerdings nicht bei Ausbildungsverträgen, die vor dem 30. September 2017 abgeschlossen wurden. Bei Ausbildungsverträgen ab dem 1. Oktober 2017 müssen Azubi und Betrieb auf dem Ausbildungsvertrag angeben, in welcher Form der Ausbildungsnachweis geführt wird. Der SWAV empfiehlt, die Schriftform beizubehalten, weil zur Prüfungsanmeldung der Ausbildungsnachweis sowohl von Dir als auch von Deinem Ausbilder unterschrieben sein muss. Bei einem elektronischen Nachweis erfüllt in der Regel nur eine elektronische Signatur die notwendigen Voraussetzungen.