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Probezeit: Dein Start in die Ausbildung

Probezeit: Dein Start in die Ausbildung

© Andrey Kiselev / fotolia.com

Nach erfolgreicher Bewerbung und gemeistertem Vorstellungsgespräch ist die Probezeit deine letzte Hürde auf dem Weg zum sicheren Ausbildungsplatz. Die Probezeit ist nicht nur für deinen Arbeitgeber wichtig, damit er erkennt, ob du dich gut in den Betrieb eingliederst – auch du solltest die Probezeit nutzen, um herauszufinden, wie Betrieb und Ausbildungsberuf zu dir passen.

Wie lange dauert die Probezeit in der Ausbildung?

Die Probezeit in der Ausbildung unterscheidet sich leicht von der „normalen“ Probezeit und ist im Berufsbildungsgesetz verankert. Laut Gesetz muss sie in einem Ausbildungsverhältnis mindestens einen Monat betragen, darf aber höchstens vier Monate dauern. Vier Monate gilt als „Standard“ und wird von den meisten Ausbildungsbetrieben verlangt. Wenn du dir unsicher bist, wie lange deine Probezeit dauert, solltest du in deinem Ausbildungsvertrag nachsehen. Dort ist festgeschrieben, wie viele Monate die Probezeit in deiner Ausbildung beträgt.

Kann ich die Probezeit verkürzen?

Eine kürzere Probezeit kann nur dann für dich in Frage kommen, wenn du vor deiner Ausbildung schon im Ausbildungsbetrieb gearbeitet hast. Wichtig: Die Tätigkeit, die du vor deiner Ausbildung ausgeübt hast, muss den Ausbildungsinhalten sehr ähnlich sein. Ist das der Fall, besteht für dich ein Anspruch auf eine verkürzte Probezeit – allerdings ist die Mindestdauer von einem Monat Pflicht.

Darf der Ausbilder die Probezeit verlängern?

Prinzipiell nein. Die Probezeit dauert so lange wie sie in deinem Ausbildungsvertrag festgeschrieben ist. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Bist du beispielsweise während deiner Probezeit länger krank, sodass du mehr als ein Drittel der Probezeit bei der Ausbildung fehlst, kann dein Ausbilder deine Probezeit verlängern. Wichtig: Dieser Zusatz muss vorher vereinbart werden.

Kündigen in der Probezeit – geht das?

Die Probezeit ist auf der einen Seite für deinen Arbeitgeber da. Er kann dich besser kennenlernen und feststellen, ob du in den Betrieb passt. Außerdem erfährt er, ob du die Ansprüche, die die Ausbildung an dich stellt, auch wirklich erfüllen kannst. Doch genauso wichtig ist diese Eingewöhnungszeit für dich! Du solltest dir in der Probezeit klarwerden, ob der Ausbildungsberuf überhaupt das Richtige für dich ist.

Fakt ist: In der Probezeit gibt es keine Kündigungsfrist. Das bedeutet, dein Arbeitgeber, kann dir von heute auf morgen kündigen. Doch auch du kannst von diesem Recht Gebrauch machen. Aber bevor du diesen einschneidenden Schritt wagst und selbst in der Probezeit kündigst, solltest du dir folgende Fragen stellen:

1. Ist der Ausbildungsberuf nicht das Richtige für mich?

2. Gefallen mir zwar die Inhalte der Ausbildung, aber das Betriebsklima macht mich unglücklich?

3. Habe ich schon einmal mit dem Ausbilder über meine Unzufriedenheit gesprochen?

4. Besteht die Chance gemeinsam mit meinem Ausbilder die Situation zu verbessern?

5. Stören mich Dinge, mit denen ich auch bei einer anderen Ausbildung rechnen muss, wie zum Beispiel das frühe Aufstehen oder die 40-Stunden-Woche?

6. Habe ich mir schon Gedanken darüber gemacht, wie es nach der Kündigung für dich weitergeht?

Eine Kündigung solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen oder sie bloß aus einer Laune heraus aussprechen. Bevor du in der Probezeit kündigst, musst du dir die Konsequenzen deines Handelns klar machen. Spricht darüber auch mit deinen Eltern, Freunden oder Bekannten. Kennst du jemanden, der die Ausbildung bereits abgeschlossen hat – dann bitte denjenigen doch auch um Rat! Diese Entscheidung solltest du nicht alleine treffen!
Bleibst du auch nach langem Überlegen und Abwägen der Situation bei der Entscheidung, musst du die Kündigung schriftlich bei deinem Ausbilder einreichen. Die Gründe, warum du kündigst, musst du in diesem Schreiben nicht nennen.

Was muss ich tun, wenn mir mein Betrieb während der Probezeit kündigt?

Zu allererst solltest du klären, welche Ansprüche du hast. Dir steht zum Beispiel die Ausbildungsvergütung bis zum Tag der Kündigung zu, genau wie anteiliger Urlaub. Außerdem hast du das Recht auf ein Ausbildungszeugnis. Wirst du während der Probezeit gekündigt, solltest du dich sofort bei der Agentur für Arbeit melden. Ist das erledigt, ist es wichtig, dass du dich umgehend auf die Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz machst. Durchforste dafür Ausbildungsbörsen und suche dir passende Betriebe heraus. Am sinnvollsten ist es, dort direkt anzurufen und nachzufragen, ob die Ausbildungsstellen noch frei sind und wo du deine Bewerbung hinschicken sollst. Natürlich solltest du vorher deine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen!

5 Tipps für die Probezeit

Beherzigst du diese 5 Tipps, wirst du die Probezeit mit links meistern:

1. Baue ein gutes Verhältnis zu deinen neuen Kollegen auf!

Als Neuling im Betrieb ist das „Sie“ Pflicht! Deine Kollegen schon zu Beginn zu duzen, ist ein echtes No-Go! Warte darauf, dass sie dir von sich aus das „Du“ anbieten. Sei außerdem immer höflich und interessiert und dränge dich nicht zu sehr auf.

2. Zeige Interesse an den Ausbildungsinhalten!

Indem du interessierte Fragen zu den Inhalten der Ausbildung stellst, zeigst du deine Begeisterung für den Beruf. Es ist sinnvoll, dass du dir Notizen machst, so vermeidest du, deinem Ausbilder die gleichen Fragen mehrmals zu stellen.

3. Erscheine immer pünktlich zur Arbeit!

Pünktlichkeit ist das A und O im Ausbildungsverhältnis. Erscheinst du während der Probezeit mehrmals zu spät zum Arbeitsbeginn, kann das eine Kündigung nach sich ziehen! Einen besonders guten Eindruck hinterlässt du, wenn du immer ein paar Minuten früher kommst!

4. Achte auf ordentliche Kleidung!

Am Anfang der Probezeit ist es besser overdressed statt underdressed im Betrieb zu erscheinen. Orientiere ich dann nach und nach an der Kleidung deiner Kollegen. Allerdings solltest du immer darauf achten, dass deine Kleidung sauber und ordentlich ist.

5. Sei immer freundlich und hilfsbereit!

Du solltest deinen Kollegen eine helfende Hand anbieten und immer freundlich sein. Das macht nicht nur einen guten Eindruck bei deinem Vorgesetzen, sondern wird dir auch wiederum freundliches Verhalten seitens deiner Kollegen entgegen bringen!

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